MEIN BLICKWINKEL AUF NARBEN

Narbenbehandlung – Wenn Spuren sichtbar bleiben

Manche Teile liegen lange neben dem Bild, bevor wir sie integrieren können.
Manche Teile liegen lange neben dem Bild, bevor wir sie integrieren können.

Narben gehören zum Heilunsgprozess des Körpers.

Ein Puzzle, für mich ein bildhaftes Symbol für das eigene Leben oder die eigene Identität. Die Spuren im Sand zeigen, da ist jemand gegangen, da ist etwas passiert, etwas hat Eindruck hinterlassen. Nicht alles bleibt sichtbar und vollständig. Und genau so sind Narben.

 

Körperliche Narben:

Sichtbar, eine Operation, ein Unfall und Krankheit. Der Körper erinnert sich, auch wenn die Wunde längst zu ist.

Emotionale Narben: Enttäuschung, Verlust, Zurückweisung. Dinge, die man vielleicht verdrängt hat, die aber irgendwo im Inneren doch Spuren gezogen haben.

Seelisch / psychische Narben:

Trauma, Dauerstress, Angst, Vernachlässigung, Erfahrungen, die nicht einfach “verheilen”, sondern sich ins Denken, Fühlen und Verhalten einprägen.

 

Narben können spannen, schmerzen oder beeinträchtigen.

 

Und manchmal verändern sie sogar das ganze Motiv, wenn wir sie irgendwann einsetzen.
Und manchmal verändern sie sogar das ganze Motiv, wenn wir sie irgendwann einsetzen.

Narben wirken über die Haut hinaus.

Unser Fasziensystem verbindet den gesamten Körper miteinander.

Eine Narbe kann daher auch an ganz anderen Stellen Beschwerden mitverursachen wie zum Beispiel:

• Bewegungseinschränkungen

• Spannungsgefühle

• Schmerzen

• Taubheit oder Überempfindlichkeit

• ein Gefühl von „Blockade“ im Körper

 

Auch das Nervensystem kann auf Narben reagieren. Manche speichern unbewusst Erinnerungen an das ursprüngliche Ereignis wie zum Beispiel nach Operationen oder Unfällen.

 

Sanfte Narbenbehandlung mit Craniosacral- und Faszientherapie

Mit achtsamen, manuellen Techniken wird das Gewebe rund um die Narbe in seiner Beweglichkeit unterstützt. 

 

 

Ziel der Behandlung ist:

• Verklebungen im Fasziengewebe zu lösen

• die Elastizität des Gewebes zu verbessern

• Spannungsmuster im Körper auszugleichen

• die Durchblutung und Gewebeversorgung zu fördern

• das Nervensystem zu regulieren

So kann sich die Narbe wieder besser in das umliegende Gewebe integrieren – und der Körper neue Bewegungsfreiheit entwickeln.

 

Narben gehören zur Lebensgeschichte. Manchmal bleibt jedoch mehr zurück als eine sichtbare Veränderung der Haut
Narben gehören zur Lebensgeschichte. Manchmal bleibt jedoch mehr zurück als eine sichtbare Veränderung der Haut

Kaiserschnittnarbe

Die Geburt eines Kindes verändert vieles.

Manchmal auch auf eine Weise, die sichtbar bleibt.

Ein Kaiserschnitt ist nicht nur ein chirurgischer Eingriff, er ist Teil einer ganz persönlichen Geburtserfahrung. Während die äußere Wunde meist gut verheilt, kann die Narbe im Inneren Spannungen im Gewebe hinterlassen.

Unser Körper funktioniert wie ein zusammenhängendes Ganzes.

Faszien verbinden Muskeln, Organe und Strukturen miteinander, sie geben Halt, Beweglichkeit und Stabilität.

Eine Kaiserschnittnarbe kann dieses fein abgestimmte System beeinflussen.

 

Viele Frauen beschreiben nach einem Kaiserschnitt:

• ein Taubheits- oder Spannungsgefühl im Unterbauch

• Ziehen im Becken oder Rücken

• eingeschränkte Beweglichkeit

• ein verändertes Körpergefühl

• das Gefühl, dass „etwas nicht ganz dazugehört“

Wie ein Puzzleteil, das zwar da ist, aber noch nicht richtig ins Gesamtbild integriert wurde.

Die Narbe wird dann nicht nur als körperliche Veränderung erlebt, sondern auch als Teil einer intensiven Erfahrung, die vielleicht noch nicht vollständig verarbeitet werden konnte.

 

Integration der Kaiserschnittnarbe und Geburtserfahrung

In der Craniosacral- und Faszientherapie geht es darum, die Narbe und die Geburtserfahrung zu integrieren.

Mit sanften, achtsamen Berührungen wird das Gewebe rund um die Kaiserschnittnarbe dabei unterstützt:

• Verklebungen zu lösen

• Spannungsmuster auszugleichen

• die Beweglichkeit der Faszien zu verbessern

• das Nervensystem zu regulieren

• das Körpergefühl zu harmonisieren

Wenn sich die Narbe wieder geschmeidiger in das umliegende Gewebe einfügt, kann sich auch das innere Erleben

verändern.

So entsteht Schritt für Schritt wieder ein stimmiges Gesamtbild, wie ein Puzzle, bei dem das lange fehlende Teil seinen Platz findet. Denn die Geburtserfahrung bleibt ein Teil der eigenen Geschichte.